Haut & Diabetes

Liebe Patienten,

als Mutter eines Kindes mit Diabetes Typ 1 liegt mir die Betreuung und Hilfe von Patienten mit Diabetes natürlich besonders am Herzen. Ich freue mich, wenn ich Ihnen weiterhelfen kann. Neben meiner Praxistätigkeit schreibe ich regelmäßig Artikel und halte Vorträge z.B. im Rahmen der Deutschen Diabetologischen Gesellschaft sowie der Diatec zum Thema Hautreaktionen auf Pflaster von kontinuierlichen Zucker Messgeräten und Insulinpumpen. Ausserdem betreue ich regelmäßig den Diabetes Chat zu gesunder Haut bei Diabetes der Deutschen Diabeteshilfe.

Dr. Stefanie KamannHautpflege bei Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

Die Haut ist häufig ein Spiegel für innere Funktionsstörungen. So gibt es eine Vielzahl von Hauterkrankungen, die begünstigt werden durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Pilzerkrankungen der Haut und Nägel sowie Infektionen der Haut können sogar als erstes Anzeichen für einen beginnenden Diabetes auftreten. Menschen mit Diabetes sollten ihre Haut besonders pflegen und sie vor Austrocknung schützen. Bei zu hohen Blutzuckerspiegeln, Insulinmangel oder Insulinresistenz scheidet der Körper vermehrt Flüssigkeit über den Urin aus. Zudem produzieren die Talg- und Schweißdrüsen der Haut bei sehr langjähriger Erkrankung aufgrund von Nervenschädigungen weniger Fett und Feuchtigkeit. Dadurch trocknet die Haut stark aus, wird rissig und verliert ihre Schutzfunktion. Dadurch kann es vermehrt zu Infektionen kommen. Daher ist eine gute Hautpflege sehr wichtig neben der möglichst guten Einstellung des Zuckers mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung wesentlich. Wir empfehlen auch eine regelmäßige podologische Behandlung bei Diabetes bei einem erfahrenen Fusspfleger.

Hautreaktionen und Kontakt Allergien auf Insulinpumpen und kontinuierliche Blutzucker Messgeräte – ein ansteigendes Problem

Die neuen Technologien wie zB. kontinuierliche Zucker Messgeräte (CGM) sind eine große Erleichterung für betroffene Menschen. Umso größer ist die Enttäuschung wenn sie aufgrund von Hautreaktionen nicht mehr genommen werden können oder nur schwer einsetzbar sind.

Durch die immer längere Tragedauer der Geräte scheinen sich zunehmend Hautreaktionen wie Rötung und Juckreiz bis hin zu Bläschen zu zeigen. Meist liegt es am Pflaster oder an der sogenannten Zwischenklebeschicht die das Gehäuse auf dem Pflaster befestigt.

Haut Irritation sind sehr häufig und werden durch Schwitzen, Reibung, Pflasterabriss begünstigt. Die richtige Hautpflege oder Hautschutzsprays können helfen.

Weitaus tragischer ist die Entstehung einer Kontaktallergie. Diese kann bereits während des ersten Tragens auftreten, oft kommt es aber erst nach langer Zeit zu den starken Symptomen. Leider bleibt die Kontaktallergie lebenslang bestehen.

Wichtig ist, jegliche Hautreaktion bei der Herstellerfirma zu melden. Ausserdem sollte man sich am besten in einem Allergiezentrum einer Haut Uniklinik vorstellen zur Epikutantestung. Hierbei werden Pflaster des Testblocks Kunst- und Klebstoffe (Acrylatreihe), auf den Rücken geklebt. Es besteht auch die Möglichkeit die Einzelstoffe bei der Firma zu beantragen. Gerne sind auch wir Ihnen bei der Testung und Beratung behilflich.

Geht nichts mehr habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Stomahesive Hautschutzplatte von Convatec, Hansaplast Hydrokolloid oder Cutimed Hydro B von BSN, die jeweils unter den Sensor angebracht werden.

Publikationen:

  1. Stefanie Kamann und Lutz Heinemann (Dez 2016) Skin Reactions on Pavement Adhesives in Insulin Infusion Sets and continuous Glucose Monitoring Systems: a neglected Problem. Diabetes, Stoffwechsel und Herz
  2. Lutz Heinemann Stefanie Kamann (Aug 2016) Adhesives Used for Diabetes Medical Devices: A Neglected Risk With Serious Consequences? Journal of diabetes science and technology